Abgeschlossene elektrische Betriebsstätte

Eine abgeschlossene elektrische Betriebsstätte ist ein Raum oder ein Ort, der ausschließlich zum Betrieb elektrischer Anlagen dient und unter Verschluss gehalten wird. Hierzu gehören z. B. abgeschlossene Schalt- und Verteilungsanlagen, Transformatorzellen, Schaltfelder, Niederspannungshauptverteilungen, Unterverteilungen, Verteilungsanlagen in Blechgehäusen, Schaltgerätekombinationen (Schaltschränke).

Zutritt zu abgeschlossenen elektrische Betriebsstätten haben Elektrofachkräfte und Laien nur in Begleitung von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen.

Anlagenbetreiber

Der elektrotechnische Anlagenbetreiber (ANLB) trägt die Gesamtverantwortung für den sicheren Betrieb der elektrischen Anlagen oder Anlagenteile. Ohne eine entsprechende schriftliche Delegation von Rechten und Pflichten hat der Unternehmer bzw. Eigentümer die Rolle des elektrotechnischen Anlagenbetreibers (ANLB) inne. Die Verpflichtung kann auf andere Personen übertragen werden, hierfür sind eindeutige Beschreibungen der Schnittstellen unerlässlich.

Im Idealfall ist der elektrotechnische Anlagenbetreiber (ANLB) eine Elektrofachkraft (EFK). Ist dies nicht der Fall, muss er eine Elektrofachkraft (EFK) mit der Wahrnehmung seiner elektrotechnischen Betreiberpflichten schriftlich beauftragen. Der elektrotechnische Anlagenbetreiber (ANLB) erstellt zusammen mit der Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) die Regeln und Randbedingungen der elektrotechnischen Organisationsstruktur.

Anlagenverantwortlicher (ANLV)

Der Anlagenverantwortliche (ANLV) im elektrotechnischen Bereich ist eine Person, die beauftragt ist, während der Durchführung von Arbeiten die unmittelbare Verantwortung für den sicheren Betrieb der elektrischen Anlage bzw. der Anlagenteile zu tragen, die zur Arbeitsstelle gehören.

Der Anlagenverantwortliche (ANLV) muss die Risiken der Arbeiten sowie deren Auswirkungen auf die elektrische Anlage kennen und beurteilen können. Daher muss der Anlagenverantwortliche zwingend eine Elektrofachkraft (EFK) sein.

Die zur Anwendung kommenden Arbeitsmethoden sind durch den Anlagenverantwortlichen (ANLV) in Abstimmung mit dem Arbeitsverantwortlichen (AV) auszuwählen und festzulegen. Ebenso ist durch den Anlagenverantwortlichen (ANLV) für die Durchführung von Arbeiten im Vorfeld eine sogenannte Durchführungserlaubnis auszusprechen.

Beim Einsatz von Fremdfirmen übernimmt Anlagenverantwortliche (ANLV) für seinen Zuständigkeitsbereich die Aufgaben nach § 8 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz an der Arbeitsstelle, d. h. der Anlagenverantwortliche (ANLV) muss sich je nach Art der Tätigkeit vergewissern, dass die Beschäftigten anderer Arbeitgeber, hinsichtlich der Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit während ihrer Tätigkeit angemessene Anweisungen erhalten.

Annäherungszone

Die Annäherungszone ist ein begrenzter Bereich außerhalb der Gefahrenzone. Die Annäherungszone variiert je nach Spannungsebene.

Arbeiten im spannungsfreien Zustand

Arbeiten im spannungsfreien Zustand bedeutet Arbeiten an elektrischen Anlagen, deren spannungsfreier Zustand zur Vermeidung elektrischer Gefahren hergestellt und sichergestellt ist.

Die Arbeitsmethode „Arbeiten im spannungsfreien Zustand“ muss unter Einhaltung der fünf Sicherheitsregeln angewendet werden. Um die Gefahren und Risiken gering zu halten, müssen zur Herstellung des spannungsfreien Zustands und zum Erhalt des spannungsfreien Zustands für die gesamte Dauer der Arbeiten an den jeweiligen elektrischen Anlagen die „fünf Sicherheitsregeln“ in der normativ vorgegebenen Reihenfolge eingehalten werden. Dies ist:

  • Freischalten
  • Gegen Wiedereinschalten sichern
  • Spannungsfreiheit feststellen
  • Erden und Kurzschließen
  • Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

Arbeiten unter Spannung

Arbeiten unter Spannung (AuS) sind Tätigkeiten, bei der eine Person bewusst mit Körperteilen oder Werkzeugen, Ausrüstungen oder Vorrichtungen unter Spannung stehende Teile berührt oder in die Gefahrenzone gelangt. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Gruppen von Arbeiten unter Spannung (AuS).

Gruppe 1 sind Arbeiten unter Spannung (AuS), die Elektrofachkräfte (EFK) ohne Spezialausbildung in Arbeiten unter Spannung (AuS) ausführen dürfen. Dies umfasst Tätigkeiten wie z. B. das Feststellen der Spannungsfreiheit, die Fehlersuche in Hilfsstromkreisen.

Gruppe 2 sind Arbeiten unter Spannung (AuS), die eine Spezialausbildung für Arbeiten unter Spannung (AuS) nach VDE 0105-100 Abs. 6.3.2, 6.3.2.101 bis 6.3.2.103 erfordern. Für Arbeiten unter Spannung (AuS) sind grundsätzlich besondere technische und organisatorische Maßnahmen, wie z. B. Arbeitsanweisungen, erforderlich.

Arbeitgeber

Arbeitgeber im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes müssen nicht natürliche Personen (also Menschen aus Fleisch und Blut) sein, sie können auch juristische Personen des Privatrechts wie Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder juristische Personen des Öffentlichen Rechts wie Staat, Kommunen oder Landkreise sein. Wesentlich für die Rolle als Arbeitgeber ist, dass die natürlichen, juristischen oder auch Personengesellschaften Personen beschäftigen[1]. Entscheidend ist zudem, dass ein Arbeitgeber / Unternehmer für seinen Betrieb die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten[2]trägt.

[1] § 1 ArbSchG Abs. 3: „Arbeitgeber im Sinne dieses Gesetzes sind natürliche und juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften, die Personen nach Absatz 2 beschäftigen.“
[2] siehe § 3 Arbeitschutzgesetz (ArbSchG) Abs. 1: „Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen.“

Arbeitsverantwortlicher (AV)

Der Arbeitsverantwortliche (AV) im elektrotechnischen Bereich ist eine Person, die beauftragt ist, die unmittelbare Verantwortung für die Durchführung der Arbeit zu tragen. Der Arbeitsverantwortliche (AV) muss vor etwaigen elektrotechnischen Arbeiten benannt

Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

Zum Abdecken unter Spannung stehender Teile können in Niederspannungsanlagen isolierende Tücher, Schläuche oder Formstücke mit entsprechender Zulassung (Kennzeichnung mit Isolator oder Doppeldreieck) verwendet werden.

Sind besondere Schutzmittel anzubringen, ist hierfür entweder der spannungsfreie Zustand herzustellen oder es sind die Festlegungen für das „Arbeiten unter Spannung“ anzuwenden.

Betrieb elektrischer Anlagen

Der Betrieb elektrischer Anlagen umfasst alle Tätigkeiten, die erforderlich sind, damit eine elektrische Anlage fehlerfrei und sicher funktionieren kann. Zu diesen Tätigkeiten zählen insbesondere das Errichten, Erweitern, Ändern, Schalten, Regeln, Überwachen und Instandhalten sowie elektrotechnische und nichtelektrotechnische Arbeiten an elektrischen Anlagen und Arbeitsmitteln.

Elektrische Anlagen

Als elektrische Anlagen gelten Anlagen mit elektrischen Betriebsmitteln zur Erzeugung, Übertragung, Umwandlung, Verteilung und Anwendung elektrischer Energie. Dies schließt Energiequellen wie Batterien, Kondensatoren, Verteilungen und alle anderen Quellen gespeicherter elektrischer Energie ein.

Den elektrischen Betriebsmitteln werden Werkzeuge, Ausrüstungen, Schutz- und Hilfsmittel, soweit an diese Anforderungen hinsichtlich der elektrischen Sicherheit gestellt werden, gleichgesetzt.

Elektrofachkraft (EFK)

Eine Elektrofachkraft (EFK) ist eine Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung (Berufsausbildung/Studium im elektrotechnischen Bereich), Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen/Bestimmungen, die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Eine Elektrofachkraft (EFK) muss immer in der Lage sein, das Risiko, welches von einer elektrotechnischen Anlage ausgeht, zu beurteilen, um die vorgesehenen Arbeiten sicher auszuführen.

Aufgrund der Komplexität elektrischer Anlagen und Tätigkeiten, erfolgt die Bestellung als Elektrofachkraft (EFK) im Allgemeinen nicht direkt nach Beendigung der Ausbildung, sondern vielmehr nach einer von der Tätigkeit abhängigen praktischen Einarbeitung durch erfahrenes elektrotechnisches Personal.

Elektrofachkraft (EFK) ist keine Berufsbezeichnung, sondern eine Qualifikationsbeschreibung/-anforderung. Die Elektrofachkraft (EFK) wird vom Unternehmer oder von der vom Unternehmer beauftragten verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) bestellt.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist eine Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung in Theorie und Praxis, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der bei diesen Tätigkeiten zu beachtenden Bestimmungen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann. Festgelegte Tätigkeiten sind gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festgelegt sind.

Der Einsatz von Elektrofachkräften für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist in einem Unternehmen sinnvoll, in dem Personen die nicht aus dem Bereich der Elektrotechnik kommen, elektrotechnische Handlungen eigenständig durchführen sollen.

Voraussetzung, um Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten zu werden

Voraussetzung für die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine gleichwertige berufliche Tätigkeit. Diese Ausbildung bzw. Tätigkeit muss für die festgelegten Tätigkeiten durch eine zusätzliche Ausbildung im elektrotechnischen Bereich ergänzbar sein.

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist nicht mit einer Elektrotechnisch unterwiesenen Person (EuP) gleichzusetzen, da die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) für ihre jeweilige Tätigkeit, die volle fachliche Verantwortung trägt. Die festgelegten Tätigkeiten beschränken gemäß der Durchführanweisung der DGUV Vorschrift 3 und 4 auf ein Arbeiten im freigeschalteten Zustand im Bereich der Niederspannung.

Zur Ausbildung zu einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten siehe FAQ zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT).

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Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP)

Eine Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) ist, wer durch eine Elektrofachkraft (EFK) über die ihr übertragenen Aufgaben und die möglichen Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten unterrichtet und erforderlichenfalls angelernt, sowie über die notwendigen Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen unterwiesen wurde.

Die Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) arbeitet immer unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft (EFK), dem sogenannten elektrotechnischen Paten.

Unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft (EFK) ist nicht zu verstehen, dass diese ständig zugegen sein muss, sie muss sich vielmehr in angemessenen Zeitabschnitten davon überzeugen, ob die erteilten Anweisungen beachtet werden und sicherheitsgerecht gearbeitet wird.

Die Elektrofachkraft (EFK) ist insoweit für die übertragenen Tätigkeiten verantwortlich. Eine Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) darf einfache elektrotechnische Tätigkeiten durchführen, wie zum Beispiel das Betreten von abgeschlossenen elektrischen Betriebsräumen oder das Rückstellen von Schutzorganen. Hierzu müssen genaue und detaillierte Anweisungen in Form von Arbeitsanweisungen erteilt werden. Bei Rückfragen muss die Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) jederzeit die Möglichkeit haben, eine Elektrofachkraft (EFK) hinzuziehen.

Elektrotechnischer Laie

Als elektrotechnischer Laie wird eine Person bezeichnet, die weder Elektrofachkraft (EFK) oder Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) ist, noch über sonst eine elektrotechnische Qualifikation verfügt. Ohne eine elektrotechnische Organisation ist grundsätzlich immer davon auszugehen, dass es sich bei allen Beschäftigen zunächst um elektrotechnische Laien handelt.

Erden und Kurzschließen

Grundsätzlich ist an Hochspannungsanlagen und auch an bestimmten Niederspannungsanlagen der Bereich der Arbeitsstelle zu erden und kurzzuschließen. Die Erdungs- und Kurzschließeinrichtung muss erst an der Erdungsanlage angeschlossen werden. Danach sind die zu erdenden aktiven Leiter anzuschließen. Der Rückbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Sind die Erdungs- und Kurzschlussgarnituren nicht von der Arbeitsstelle aus sichtbar, sind diese so anzubringen, dass sie wahrgenommen werden können. Zwingend notwendig ist auch die korrekte Kurzschlussauslegung der Garnitur. Bei einem Kurzschluss können enorme magnetische Kräfte auftreten, die die Leitungen mechanisch stark beanspruchen. Daher ist die Befestigung der Erdungsgarnituren unbedingt nach Herstellerangaben durchzuführen.

Freischalten

Als Freischalten bezeichnet man das allseitige Ausschalten oder Abtrennen eines Betriebsmittels (z. B. Anlage) oder eines Stromkreises von anderen Betriebsmitteln oder Stromkreisen durch Trennstellen, die den zu erwartenden Spannungsunterschieden zwischen dem Betriebsmittel oder dem Stromkreis und anderen Stromkreisen standhalten können. Das Freischalten erfordert ein konsequentes Vorgehen und zugleich Kenntnisse über die freizuschaltenden Bereiche. Das Freischalten bezieht sich entweder auf das Abtrennen oder allseitige Ausschalten von verschiedenen Betriebsmitteln und von allen nicht mit dem Erdpotential verbundenen Leitern.

Gefahrenzone

Als Gefahrenzone bezeichnet man den Bereich um unter Spannung stehende Teile, in dem beim Eindringen ohne Schutzmaßnahme der zur Vermeidung einer elektrischen Gefahr erforderliche Isolationspegel nicht sichergestellt ist. Die Gefahrenzone variiert je nach Spannungsebene.

Gegen Wiedereinschalten sichern

Sämtliche Schaltgeräte, mit denen die jeweilige Arbeitsstelle unter Spannung gesetzt werden kann, sind gegen Wiedereinschalten zu sichern. Hilfsenergien, welche zum Schalten benötigt werden, müssen unwirksam gemacht werden.

Unbedingt ist an der Schaltstelle ein Schaltverbotsschild anzubringen und so zu befestigen, dass es nicht abfallen oder aufgrund schwacher Magnete verrutschen kann.

Herausgenommene Sicherungseinsätze z. B. „DO“, „D“ oder „NH“ müssen sicher verwahrt werden, so dass kein Unbefugter sie wiedereinsetzen kann. Es empfiehlt sich, Sperrelemente oder Riegel wie z. B. isolierte und nur mit einem Spezialsteckschlüssel zu entfernende Sperrstöpsel oder Blindelemente zu verwenden.

Spannungsfreiheit feststellen

Das Feststellen der Spannungsfreiheit, ist eine technische Maßnahme, die unmittelbar an oder so nah wie möglich an der Arbeitsstelle allpolig durchzuführen ist. Hierfür sind im Niederspannungsbereich zweipoliger Spannungsprüfer nach EN 61243-3 einzusetzen. Zweipolige Spannungsprüfer sollten mindestens der Kategorie CAT III entsprechen. Die korrekte Funktion des Spannungsprüfers ist vor und nach dem Messen der Spannungsfreiheit an einem unter Spannung stehenden Stromkreis zu überprüfen. Bei Hochspannungsprüfern ist darauf zu achten, dass diese der EN 61243 -1, EN 61243 – 2 oder EN 61243 – 5 entsprechen. Diese sind wiederkehrend zu prüfen. Die sichere Benutzung der jeweiligen Spannungsprüfertypen erfordert eine Unterweisung des elektrotechnischen Personals.

Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS)

Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) konkretisieren die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).

TRBS werden für jeweils einen Anwendungsbereich formuliert. So erläutert die

  • TRBS 1111 „Gefährdungsbeurteilung“ wie der Arbeitgeber die Anforderungen an eine Gefährdungsbeurteilung nach §3 BetrSichV erfüllen und die Ergebnisse angemessen dokumentieren kann
  • TRBS 1201 „Prüfungen und Kontrollen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“
    • die Ermittlung und Festlegung von Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen nach §§ 14 bis 16 BetrSichV sowie deren Durchführung,
    •  die Verfahrensweise zur Bestimmung der mit der Prüfung zu beauftragenden Person oder zugelassenen Überwachungsstelle,
    • die Ermittlung und Festlegung der erforderlichen Kontrollen gemäß § 4 Absatz 5 Satz 3, Anhang 1 Nummer 2.1 Satz 6, Anhang 1 Nummer 2.4 Buchstabe a) Satz 2, Anhang 1 Nummer 4.6 BetrSichV und deren Durchführung und
    • die Erstellung einer Dokumentation der Prüfergebnisse und die Art und den Umfang dieser Dokumentation (Aufzeichnungen oder Bescheinigungen nach § 14 Absatz 7 und § 17 BetrSichV).
  • TRBS 1203 „Zur Prüfung befähigte Personen“
    • die Anforderungen an die Befähigung einer zur Prüfung befähigten Person nach § 2 Abs. 6 BetrSichV und
    • insbesondere die Anforderung an befähigte Personen, die elektrischen Arbeitsmittel prüfen (Abschnitt 3.3 der TRBS 1203).

Verfasst werden die TRBS vom Ausschuss für Betriebssicherheit mit dem Anspruch den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für die Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln sowie für den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen wiederzugeben.

Bei Einhaltung der Technischen Regeln kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

 

Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK)

Die verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) übernimmt die fachliche Leitung in einem Betrieb oder Betriebsteil im Bereich der Elektrotechnik in dem elektrotechnische Tätigkeiten verrichtet werden.

Wird diese Rolle nicht vom Unternehmer selbst übernommen, hat er diese Aufgabe zu delegieren. Dies erfolgt im Allgemeinen in Form einer schriftlichen Bestellung.

Die Anforderungen an eine verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) sind hoch und variieren je nach Komplexität des übertragenen Aufgabengebietes. Teilbereiche eines Betriebes oder Unternehmens können aufgegliedert werden. Dies ist je nach Komplexität des jeweiligen Bereiches zu beurteilen und entsprechend zu organisieren.

Die verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) kann auch die Rolle des elektrotechnischen Anlagenbetreibers (ANLB) übernehmen. Dies ist sogar zu empfehlen. Im Rahmen der Bestellung ist der Aufgaben- und Bestellbereich sowie die Rechte und Pflichten eindeutig zu definieren.

Zur Prüfung befähigte Person

Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist die zur Prüfung befähigte Person (bP) eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt.

Die Voraussetzungen, die eine zur Prüfung befähigte Personen (bP) erfüllen muss, hängen stark von der Art und dem Umfang der durchzuführenden Prüfungen ab.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 der BetrSichV hat der Arbeitgeber festzulegen, welche Anforderungen die zur Prüfung befähigte Person (bP) erfüllen muss, um die festgelegten Prüfungen durchführen zu können.

Genauere Informationen bezüglich der Anforderungen an die Ausbildung für die Prüfung „handgeführter elektrisch betriebener Arbeitsmittel“ ist der VDI Richtlinien 4068 Teil 4 zu entnehmen. Die Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 1203 – Befähigte Person, konkretisiert die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung.