Abgeschlossene elektrische Betriebsstätte

Eine abgeschlossene elektrische Betriebsstätte ist ein Raum oder ein Ort, der ausschließlich zum Betrieb elektrischer Anlagen dient und unter Verschluss gehalten wird. Hierzu gehören z. B. abgeschlossene Schalt- und Verteilungsanlagen, Transformatorzellen, Schaltfelder, Niederspannungshauptverteilungen, Unterverteilungen, Verteilungsanlagen in Blechgehäusen, Schaltgerätekombinationen (Schaltschränke).

Zutritt zu abgeschlossenen elektrische Betriebsstätten haben Elektrofachkräfte und elektrotechnisch unterwiesene Personen, Laien nur in Begleitung von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen.

Anlagenverantwortlicher (ANLV)

Der Anlagenverantwortliche (ANLV) im elektrotechnischen Bereich ist eine Person, die beauftragt ist, während der Durchführung von Arbeiten die unmittelbare Verantwortung für den sicheren Betrieb der elektrischen Anlage bzw. der Anlagenteile zu tragen, die zur Arbeitsstelle gehören.

Der Anlagenverantwortliche (ANLV) muss die Risiken der Arbeiten sowie deren Auswirkungen auf die elektrische Anlage kennen und beurteilen können. Daher muss der Anlagenverantwortliche zwingend eine Elektrofachkraft (EFK) sein.

Die zur Anwendung kommenden Arbeitsmethoden sind durch den Anlagenverantwortlichen (ANLV) in Abstimmung mit dem Arbeitsverantwortlichen (AV) auszuwählen und festzulegen. Ebenso ist durch den Anlagenverantwortlichen (ANLV) für die Durchführung von Arbeiten im Vorfeld eine sogenannte Durchführungserlaubnis auszusprechen.

Beim Einsatz von Fremdfirmen übernimmt Anlagenverantwortliche (ANLV) für seinen Zuständigkeitsbereich die Aufgaben nach § 8 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz an der Arbeitsstelle, d. h. der Anlagenverantwortliche (ANLV) muss sich je nach Art der Tätigkeit vergewissern, dass die Beschäftigten anderer Arbeitgeber, hinsichtlich der Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit während ihrer Tätigkeit angemessene Anweisungen erhalten.

Arbeitgeber

Arbeitgeber im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes müssen nicht natürliche Personen (also Menschen aus Fleisch und Blut) sein, sie können auch juristische Personen des Privatrechts wie Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder juristische Personen des Öffentlichen Rechts wie Staat, Kommunen oder Landkreise sein. Wesentlich für die Rolle als Arbeitgeber ist, dass die natürlichen, juristischen oder auch Personengesellschaften Personen beschäftigen[1]. Entscheidend ist zudem, dass ein Arbeitgeber / Unternehmer für seinen Betrieb die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten[2]trägt.

[1] § 1 ArbSchG Abs. 3: “Arbeitgeber im Sinne dieses Gesetzes sind natürliche und juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften, die Personen nach Absatz 2 beschäftigen.”
[2] siehe § 3 Arbeitschutzgesetz (ArbSchG) Abs. 1: “Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen.”

Elektrofachkraft (EFK)

Eine Elektrofachkraft (EFK) ist eine Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung (Berufsausbildung/Studium im elektrotechnischen Bereich), Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen/Bestimmungen, die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Eine Elektrofachkraft (EFK) muss immer in der Lage sein, das Risiko, welches von einer elektrotechnischen Anlage ausgeht, zu beurteilen, um die vorgesehenen Arbeiten sicher auszuführen.

Aufgrund der Komplexität elektrischer Anlagen und Tätigkeiten, erfolgt die Bestellung als Elektrofachkraft (EFK) im Allgemeinen nicht direkt nach Beendigung der Ausbildung, sondern vielmehr nach einer von der Tätigkeit abhängigen praktischen Einarbeitung durch erfahrenes elektrotechnisches Personal.

Elektrofachkraft (EFK) ist keine Berufsbezeichnung, sondern eine Qualifikationsbeschreibung/-anforderung. Die Elektrofachkraft (EFK) wird vom Unternehmer oder von der vom Unternehmer beauftragten verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) bestellt.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist eine Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung in Theorie und Praxis, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der bei diesen Tätigkeiten zu beachtenden Bestimmungen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann. Festgelegte Tätigkeiten sind gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festgelegt sind.

Der Einsatz von Elektrofachkräften für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist in einem Unternehmen sinnvoll, in dem Personen die nicht aus dem Bereich der Elektrotechnik kommen, elektrotechnische Handlungen eigenständig durchführen sollen.

Voraussetzung, um Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten zu werden

Voraussetzung für die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine gleichwertige berufliche Tätigkeit. Diese Ausbildung bzw. Tätigkeit muss für die festgelegten Tätigkeiten durch eine zusätzliche Ausbildung im elektrotechnischen Bereich ergänzbar sein.

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist nicht mit einer Elektrotechnisch unterwiesenen Person (EuP) gleichzusetzen, da die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) für ihre jeweilige Tätigkeit, die volle fachliche Verantwortung trägt. Die festgelegten Tätigkeiten beschränken gemäß der Durchführanweisung der DGUV Vorschrift 3 und 4 auf ein Arbeiten im freigeschalteten Zustand im Bereich der Niederspannung.

Zur Ausbildung zu einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten siehe FAQ zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT).

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Elektrotechnischer Laie

Als elektrotechnischer Laie wird eine Person bezeichnet, die weder Elektrofachkraft (EFK) oder Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) ist, noch über sonst eine elektrotechnische Qualifikation verfügt. Ohne eine elektrotechnische Organisation ist grundsätzlich immer davon auszugehen, dass es sich bei allen Beschäftigen zunächst um elektrotechnische Laien handelt.

Unternehmer

Ein Unternehmer (= Arbeitgeber) trägt für seinen Betrieb die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten[1]. Das legt das Arbeitsschutzgesetz fest. In diesem Sinne wird der Begriff des Unternehmers auch meist in den Beiträgen auf der MEBEDO Webseite verwendet und damit gleichbedeutend zu dem Begriff des Arbeitgebers nach dem Arbeitsschutzgesetz.
Das bedeutet auch, dass Unternehmer nicht unbedingt Menschen aus Fleisch und Blut (nach juristischer Definition: natürliche Personen) sein müssen, sie können auch juristische Personen des Privatrechts wie Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder juristische Personen des Öffentlichen Rechts wie Staat, Kommunen oder Landkreise sein. Wesentlich für die Rolle als Arbeitgeber ist, dass die natürlichen, juristischen oder auch Personengesellschaften Personen beschäftigen[2].

[1] siehe § 3 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) Abs. 1: “Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen”. Der Arbeitgeber / Unternehmer muss zudem auch für eine geeignete Organisation zur “Planung und Durchführung” der Maßnahmen des Arbeitsschutzes sorgen und die erforderlichen Mittel (vgl. § 3 ArbSchG Abs. 2 Nr. 1).
[2] § 1 ArbSchG Abs. 3: “Arbeitgeber im Sinne dieses Gesetzes sind natürliche und juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften, die Personen nach Absatz 2 beschäftigen.”