FAQ – oft gestellte Fragen zur

Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK)

Wer ist eine Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK)?

Eine Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) ist eine „Person, die als Elektrofachkraft […] die Fach- und Aufsichtsverantwortung übernimmt und vom Unternehmer dafür beauftragt ist“ (DIN VDE 1000 -10)[1].

Wie wird man eine Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK)?

Voraussetzung ist eine entsprechende Qualifikation (siehe Welche Ausbildung benötigt man, um die Aufgaben einer VEFK zu übernehmen). Um VEFK zu werden, ist im Normalfall eine Beauftragung vom Unternehmer notwendig.

Diese Beauftragung ist wesentlich für die Definition der  DIN VDE 1000-10 (siehe oben).  Der Grund wird verständlich, wenn man die Funktion einer VEFK innerhalb der betrieblichen Organisation näher betrachtet:

  • Eine Verantwortliche Elektrofachkraft nach Abschnitt 5.3 der DIN VDE 1000-10 übernimmt einen Teil der Verantwortung des Unternehmers – nämlich die Fachverantwortung für einen elektrischen Betrieb oder Betriebsteil. Die Beauftragung ist somit auch eine Delegation von Verantwortung.
  • Eine VEFK nach Abschnitt 5.3 der DIN VDE 1000-10 übt eine Leitungsfunktion aus, sie leitet – mindestens fachlich – einen elektrotechnischen Betrieb oder Betriebsteil.
  • Eine VEFK ist in allen Fragen, welche die Einhaltung der elektrotechnischen Sicherheitsfestlegungen betreffen, weisungsfrei[2].

Eine VEFK übt somit im Bereich der Elektrotechnik, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, aber auch innerhalb der Betriebsorganisation eine wichtige Funktion in einem Unternehmen aus. Ihre Beauftragung ist konsequenterweise die Folge einer Personalentscheidung eines Unternehmers. Dieser muss dabei die grundsätzlichen Kriterien der Personalauswahl beachten.

Muss die Beauftragung einer Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) schriftlich erfolgen?

Die Schriftform wird in der DIN VDE 1000-10 nicht verlangt. Der Gesetzgeber sieht aber bei der Delegation von Verantwortung im Bereich des Arbeitsschutzes die Schriftform vor: „Der Arbeitgeber kann zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich damit beauftragen, ihm obliegende Aufgaben nach diesem Gesetz in eigener Verantwortung wahrzunehmen“ (§ 13 Abs. 2 ArbSchG). Unabhängig davon legt ein Akt wie die Delegation von Verantwortung (mögliche Haftung) und die Komplexität der Aufgaben (z. B. müssen je nach Aufgabenbereich einer VEFK Schnittstellen zu anderen Abteilungen eines Unternehmens definiert werden) die Schriftform nahe.

Was muss in der Beauftragung einer Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) stehen?

Die Mindestangaben ergeben sich aus der DIN VDE 1000-10. Das sind die Beauftragung selbst, der Umfang der übertragenen Pflichten und der Name der VEFK. Da die Verantwortliche Elektrofachkraft Pflichten des Unternehmers, Fach- und Aufsichtsverantwortung sowie Schnittstellenfunktionen innerhalb der Betriebsorganisation übernimmt, sind weitere Angaben sinnvoll. Insbesondere sind das Angaben zur:

  • rechtlichen Grundlagen der Bestellung,
  • den konkreten Aufgaben,
  • den Bestellbereich,
  • der Eignung (den persönlichen und fachlichen Voraussetzungen).

Die rechtliche Grundlagen sind neben der DIN VDE 1000-10 etwa das Ordnungswidrigkeitengesetz oder die DGUV Vorschrift 3 “Elektrische Anlagen und Betriebsmittel” (ehemals BGV A3). Konkrete Aufgaben sind zum Beispiel das Planen, Projektieren und Konstruieren von elektrischen Anlagen oder die Unterstützung von Gefährdungsbeurteilungen für Tätigkeiten und Anlagen im Elektrobereich. Diese Angaben können in ergänzenden Anlagen zur Bestellung aufgeführt werden. Ein Muster zu einer Bestellung können Sie bei MEBEDO Consulting bekommen.

Was heißt übertragene fachliche Leitung?

Die DIN VDE 1000-10 kennt im Prinzip zwei verschiedene Arten von Verantwortlichen Elektrofachkräften:

  • Die „einfache“ Verantwortliche Elektrofachkraft DIN VDE 1000-10 Abschnitt 3.1 und 3.2. ohne die fachliche Leitung eines Betriebs oder Betriebsteils und
  • die Verantwortliche Elektrofachkraft, die mit der „Leitung eines Betriebs oder Betriebsteils“ betraut ist (nach DIN VDE 1000-10 Abschnitt 5.3). Diese Aufgaben entsprechen im Wesentlichen denen des Anlagenbetreibers Elektrotechnik.

Nach der DIN VDE 1000-10 bedingt die Ausübung beider Tätigkeiten die selbständige Ausführung durch eine im besonderen Maße qualifizierten Elektrofachkraft. Die Unterscheidung ist die Folge der unterschiedlichen Aufgaben einer Verantwortlichen Elektrofachkraft in einem Unternehmen. Der Umfang der elektrotechnischen Verantwortung ist maßgeblich von der Aufgaben- und Kompetenzzuweisung im Unternehmen abhängig.

TIPP: Unterlagen für die VEFK

Eine Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) muss die einschlägigen Bestimmungen für ihren Arbeitsbereich kennen. Auch bei umfassender Kenntnis der Normen sind damit noch nicht die Unterlagen geschrieben, die eine VEFK im betrieblichen Alltag benötigt. MEBEDO bietet Dokumentenvorlagen für Arbeitsanweisungen, Gefährdungsbeurteilungen, Anlagenprüfungen oder Protokollierung von Beinahe-Unfällen. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

Welche Ausbildung benötigt man, um die Aufgaben einer VEFK zu übernehmen?

Die DIN VDE 1000-10 lässt einen relativ großen Spielraum was den formalen Bildungsabschluss einer Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) angeht. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben einer Verantwortlichen Elektrofachkraft und ihrer Funktion innerhalb eines Unternehmens (fachliche Leitung) lässt sich kein bestimmter Ausbildungsweg oder eine bestimmte Fachausbildung definieren. Die Ausbildung muss zur ausgeübten Tätigkeit passen. Insgesamt lässt sich nur ein Rahmen beschreiben. Ob die Voraussetzungen vorliegen, muss der Unternehmer vor der Beauftragung zur VEFK entscheiden.

Formaler Bildungsabschluss

Für die verantwortliche fachliche Leitung eines elektrotechnischen Betriebes oder Betriebsteiles ist nach DIN VDE 1000-10 eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Techniker, Meister (Industrie und Handwerk), Diplom-Ingenieur, Bachelor oder Master aus dem Berufsfeld Elektrotechnik notwendig.

Anderer Bildungsabschluss

Auch ein von dieser Vorgabe abweichender Bildungsabschluss ist möglich: „Für andere Ausbildungsgänge ist die hierfür notwendige Qualifikation gesondert nachzuweisen“ (DIN VDE 1000-10 Abschnitt 5.3). Für den Arbeitgeber erhöhen sich mit einer solchen Lösung die Anforderungen an seine Nachweispflicht. Er muss nicht nur belegen können, dass er seine Personalauswahl sorgfältig getroffen hat, sondern auch, dass sie im Ergebnis gleichwertig zu der Auswahl eines Kandidaten mit einer der oben aufgeführten elektrotechnischen Ausbildungen ist. Diesen Qualifikationsnachweis muss der Unternehmer schriftlich führen und somit untermauern, dass er seiner Auswahlverantwortung nachgekommen ist.

Voraussetzung: Praktische Erfahrung und Kenntnisse der Normen

Der Begriff Verantwortliche Elektrofachkraft beschreibt eine Qualifikationsstufe im Bereich der Elektrotechnik. Sie ist eine besonders qualifizierte Elektrofachkraft. Als solche braucht sie praktische Erfahrung und Kenntnisse der einschlägigen Bestimmungen[3], also etwa der Normen, für den Bereich, in dem sie eingesetzt wird.

Spezielle Qualifikation je nach Aufgabenbereich

Die Aufgabenbereiche einer VEFK sind vielfältig. Daher beschreiben die Regelungen der DIN VDE 1000-10 nur einen groben Rahmen. Die Qualifikation einer Verantwortlichen Elektrofachkraft muss sich nach dem Aufgabenbereich richten, in dem sie eingesetzt wird.

Fortbildung und Fortbildungsnachweise

Die elektrotechnischen Normen ändern sich beständig. Auch die staatlichen Regelsetzer wie Parlamente und Ministerien verabschieden immer wieder neue Vorgaben. Das und die sich wandelnden technischen Voraussetzungen machen Fortbildung für die VEFK zur Pflicht – Verantwortliche Elektrofachkraft ist man nicht für immer (siehe nächste Frage).

Wichtig ist auch der Nachweis der Fortbildung. Sie dient dem Unternehmer als Nachweis, dass die VEFK weiterhin die in der Beauftragung (siehe oben “Wie wird man eine Verantwortliche Elektrofachkraft?”) definierten Aufgaben erfüllen kann.

Kann die Qualifikation zu einer Verantwortlichen Elektrischen Fachkraft (VEFK) auch wieder erlöschen?

Ja. Die Bezeichnung Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) beschreibt wie die Elektrofachkraft (EFK) eine Qualifikationsstufe[4] im Bereich der Elektrotechnik. Die VEFK übt überdies eine Funktion innerhalb eines Unternehmens aus indem sie die fachliche Leitung eines elektrotechnischen Betriebs- oder Betriebsteils übernimmt. Wenn sie diese Funktion aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht mehr zuverlässig ausüben kann, muss der Unternehmer sie von ihrer Funktion entbinden. Er trägt die Verantwortung dafür, die richtige Person ausgesucht zu haben.

Wesentlich für die Qualifikation sind neben dem formalen Bildungsabschluss die praxisnahe Berufserfahrung und Kenntnisse der Bestimmungen[5]. Die praktische Erfahrung darf nicht zu lange her sein. Eine VEFK muss den aktuellen Stand der VDE-Normen und weiteren Regelwerke insbesondere des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS),  den Bekanntmachungen zur Betriebssicherheit (BekBS) und Vorschriften der Berufsgenossenschaften kennen.

Wer also längere Zeit nicht in einem Arbeitsgebiet tätig war und/oder dessen Kenntnisse der Bestimmungen des elektrotechnischen Regelwerks nicht auf dem aktuellen Stand sind, dessen Qualifikation kann erlöschen[6].

TIPP: Bestellurkunde

Eine Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) nach DIN VDE 1000-10 Abschnitt 5.3 übernimmt die fachliche Leitung eines elektrotechnischen Betriebs- oder Betriebsteils. Die rechtlichen Grundlagen, die konkreten Aufgaben, den Bestellbereich und die Eignung der VEFK sollten beschrieben und dokumentiert sein. MEBEDO bietet für seine Kunden Beispielunterlagen für eine Bestellurkunde an.

Muss eine Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) festangestellt sein?

Nein. Möglich ist auch, die elektrotechnische Verantwortung von einer externen Verantwortlichen Elektrofachkraft übernehmen zu lassen.

Wann ist eine Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) notwendig?

Es gibt zwei Voraussetzungen:

  • das Unternehmen muss ein elektrotechnischer Betrieb sein oder es muss in ihm einen elektrotechnischen Betriebsteil geben,
  • der Unternehmer ist nicht in der Lage diesen elektrotechnischen Betrieb oder Betriebsteil zu leiten, entweder, weil ihm die fachliche Qualifikation fehlt (er keine elektrotechnische Ausbildung hat) oder weil organisatorische Gründe eine oder mehrere Verantwortliche Elektrofachkräfte notwendig machen – etwa wegen der Größe des Unternehmens oder weil es unterschiedliche Standorte gibt  oder weil die fachlichen Anforderungen in den verschiedenen Betriebsteilen zu unterschiedlich sind.

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Was bedeutet, dass die Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) weisungsfrei ist?

DIN VDE 1000-10:2009-01 Ziffer 6 heißt es: „Die für die Einhaltung der elektrotechnischen Sicherheitsfestlegungen verantwortliche Elektrofachkraft darf, soweit hierfür nicht besondere gesetzliche Vorschriften gelten, hinsichtlich deren Einhaltung keiner Weisung von Personen, die nicht entsprechend dieser Norm als verantwortliche Elektrofachkraft gelten, unterliegen.“

Hinweise

[1] DIN VDE 1000-10 (VDE 1000-10):2009-01 „Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“
[2] Vgl. DIN VDE 1000-10:2009-01 Ziffer 6. Dort heißt es, „die für die Einhaltung der elektrotechnischen Sicherheitsfestlegungen verantwortliche Elektrofachkraft darf, soweit hierfür nicht besondere gesetzliche Vorschriften gelten, hinsichtlich deren Einhaltung keiner Weisung von Personen, die nicht entsprechend dieser Norm als verantwortliche Elektrofachkraft gelten, unterliegen.“
[3] Bestimmungen sind im Sinne der DGUV Vorschrift 3 mehr als nur die Normen, sondern sie umfassen auch Vorgaben anderer Regelsetzer wie Gesetze, Vorschriften, Technische Regeln etc. Die DIN VDE 1000-10 fasst das unter dem Begriff der Normen zusammen.
[4] Vgl. auch die DGUV-Information 203-002 (ehemals BGI 548). Ihr zufolge ist der Begriff Elektrofachkraft keine Berufsbezeichnung, sondern die Befähigung, das Vermögen und die Fertigkeit der Mitarbeiter, elektrotechnische Arbeiten in einem bestimmten Bereich der Elektrotechnik eigenverantwortlich und selbständig durchführen zu können.
[5] siehe Anmerkung [3]
[6] Nach der DIN VDE 1000-10 kann man die Qualifikation einer Elektrofachkraft auch wieder verlieren, wenn man längere in einem berufsfremden Aufgabengebiet tätig war.

Autor

Stefan Euler, Geschäftsführer der MEBEDO Consulting GmbH und der MEBEDO Akademie GmbH

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