Wiederholungsprüfung an Stromerzeugern

Wie sind SEA für Feuerwehren zu prüfen?

Feuerwehrstromerzeuger sind Stromerzeuger mit besonderen Anforderungen. Auch wenn in jüngster Zeit umfassende Änderungen der Regelwerke zu Stromerzeugern veröffentlicht wurden, eine eigenständige Prüfnorm für die Wiederholungsprüfung von Stromerzeugern gibt es nicht. Daher muss anhand der grundsätzlichen Prüfnormen ein sinnvoller Prüfablauf zusammengestellt werden, um die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen nachzuweisen.

Technische Grundlagen

Feuerwehr-Stromerzeuger gibt es in drei Klassen:

  • Tragbarer Feuerwehr-Stromerzeuger ≥ 5 kVA nach DIN 14685-1[1]
  • Tragbarer Feuerwehr-Stromerzeuger < 5 kVA nach DIN 14685-2[2]
  • Fest eingebauter Generatorsatz < 12 kVA für Feuerwehrfahrzeuge nach DIN 14687[3]
  • Tragbare Inverter-Stromerzeuger für Feuerwehren ≥ 2 kVA nach DIN 14685-3[4]

Alle Feuerwehr-Stromerzeuger haben

  • die Schutzmaßnahme „Schutztrennung mit mehreren Verbrauchern“ und
  • seit einigen Jahren zusätzlich einen Isolationswächter, der jedoch nur „meldend“ und nicht-schaltend ist.

Bis letztes Jahr mussten Feuerwehr-Stromerzeuger zusätzlich zu gewerblichen Stromerzeugern noch eine Schutzleiter-Prüfeinrichtung aufweisen. Mit dieser sollte es möglich sein an der Einsatzstelle die Durchgängigkeit des Schutzleiters bis zum Gehäuse des Verbrauchsmittels nachzuweisen.

Seit der Normausgabe von Dezember 2015 ist die Schutzleiter-Prüfeinrichtung ersatzlos entfallen, denn der DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) ist der Ansicht, dass sie nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und das Schutzziel durch die turnusmäßige Geräteprüfung erreicht wird. Daher besteht auch kein Grund mehr die Schutzleiter-Prüfeinrichtung zu prüfen.

Wiederholungsprüfung von Feuerwehr-Stromerzeugern

Was die Wiederholungsprüfung angeht, wird in den Produktnormen zu Feuerwehr-Stromerzeugern auf die „BGV A3“ – also auf die aktuelle DGUV Vorschrift 3 – und deren Durchführungsanweisung verwiesen.

DGUV Information 203-032

Die DGUV Information 203-032[5] „Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen“ stellt Anforderungen an Stromerzeuger auch unter vergleichbaren Einsatzbedingungen wie auf Bau – und Montagestellen auf (DGUV Information 203-032 Anwendungsbereich 1.2). Dazu zählen Veranstaltungen oder Filmaufnahmen. Ob nach Feuerwehr-Normen gebauten Stromerzeuger von der diese DGUV Information erfasst werden oder nicht, darüber lässt sich unterschiedlicher Meinung sein.

Zöge man die DGUV-Information 203-032 heran wären Feuerwehrstromerzeuger bei der Klassifikation der Ausführung A zuzuordnen sein. Dies wäre in jedem Fall ein organisatorisches Problem an der Einsatzstelle – unabhängig davon ob ein Isolationswächter vorhanden ist oder nicht.

Im Grunde ist die Ausführung A nach DGUV Information 203-032 erst einmal die Schutzmaßnahme „Schutztrennung mit einem Verbrauchsmittel“. Sollen mehrere Verbrauchsmittel versorgt werden so ist für jedes weitere ein eigener PRCD oder ein eigener Trenntransformator zu verwenden. Da an FW-Stromerzeugern keine PRCD-S mit Schutzleiterüberwachung verwendet werden können, ist hier der Einsatz von PRCD-K nötig. Dies macht die Verwendung von Stromerzeugern unter dieser DGUV Information nicht gerade handlich.

Mögliche Grundlagen für Prüfabläufe

Auf jeden Fall findet sich im Anhang 5 der DGUV Information 203-032 ein durchaus anwendbares Prüfprotokoll. Daraus ableiten lässt sich dann auch die ungefähre Vorgehensweise.

Von den Feuerwehr-Unfallkassen gibt es ein Merkblatt „Stichpunkt Sicherheit; Tragbare Stromerzeuger für die Feuerwehr: Beschaffung und Prüfung“, das trotz einem Stand von 09/2014 nicht die aktuelle Normung widerspiegelt und fachlich nicht fehlerfrei ist.

Beim THW gibt es zur Prüfung von Stromerzeugern eine Arbeitsanweisung, die fachlich korrekt und sehr tiefgehend ist.

Von Seiten der Normen gibt es leider keine eigenständige Prüfnorm für die Wiederholungsprüfung von Stromerzeugern.

Prüfablauf nach Normen für Feuerwehr-Stromerzeuger

Man muss also anhand der grundsätzlichen Prüfnormen einen sinnvollen Prüfablauf zusammenstellen um die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen nachzuweisen. Dabei helfen die bekannten Normen:

  • DIN VDE 0100-600[6] zur Erstprüfung von Anlagen
  • DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1)[7] zur Ausrüstung und Erstprüfung von Maschinen
  • DIN VDE 0100-410[8] zu Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag und
  • DIN VDE 0100-551[9] zu Stromerzeugungsanlagen

Die Prüfung eines Feuerwehr-Stromerzeugers ist komplex und setzt Fachwissen voraus, auch was die Rahmenbedingungen angeht. Zu empfehlen ist, dass die zur Prüfung befähigte Person sich ein entsprechendes Fachwissen aneignet. Glücklicherweise gibt es mittlerweile passende Seminare zum Prüfen von Stromerzeugern.

  • Hinweis zur Prüfung von Feuerwehr SEA

    Es gibt keine eigenständige Prüfnorm für die Wiederholungsprüfung von Stromerzeugern. Daher muss anhand der grundsätzlichen Prüfnormen ein sinnvoller Prüfablauf zusammengestellt werden, um die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen nachzuweisen. Ob die unten aufgeführten Prüfschritte notwendig und sinnvoll sind, muss jeweils die zum Prüfen befähigte Person entscheiden

Verwendete Normen und weiterführende Literatur

  • [1] DIN 14685-1:2016-12 Feuerwehrwesen – Tragbarer Stromerzeuger – Teil 1: Generatorsatz ≥ 5 kVA
  • [2] DIN 14685-2:2016-12 Feuerwehrwesen – Tragbarer Stromerzeuger – Teil 2: Generatorsatz < 5 kVA
  • [3] DIN 14687:2015-12 Feuerwehrwesen – Fest eingebauter Stromerzeuger (Generatorsatz) < 12 kVA für den Einsatz in Feuerwehrfahrzeugen
  • [4] DIN 14685-3:2017-05 Feuerwehrwesen – Tragbarer Stromerzeuger – Teil 3: generatorsatz mit Inverter ≥ 2 kVA
  • [5] DGUV-Information 203-032 Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen; Ausgabe Mai 2016 (Ersatz für BGI 867 von 2005)
  • [6] DIN VDE 0100-600:2017-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 6: Prüfungen
  • [7] DIN EN 60204-1 (VDE 0013-1:2007-06) Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil1: Allgemeine Anforderungen
  • [8] DIN VDE 0100-410:2007-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag
  • [9] DIN VDE 0100-551:2017-02 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-55: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Andere Betriebsmittel – Abschnitt 551: Niederspannungsstromerzeugungseinrichtungen

Über den Autor

Michael Lochthofen, Ausbildung zum Elektrotechnikermeister. BDSH e. V. geprüfter Sachverständiger zum Prüfen von elektrischen Arbeitsmitteln und Anlagen. Verantwortliche Elektrofachkraft bei verschiedenen Unternehmen für die MEBEDO Consulting GmbH. Fachdozent Elektrotechnik für die MEBEDO Akademie GmbH. Mitglied im DKE AK 735.0.1, Member of NFPA, Autor mehrerer Fachbücher und Fachartikel zum Messen und Prüfen.